"Wie lange dauert es, bis ich meine Custom-Gitarre bekomme?"
Die Lieferzeit für nach Kundenwünschen gebaute
Instrumente richtet sich in erster Linie nach der gegenwärtigen Auftragslage. Es
befinden sich immer mehrere Gitarren parallel im Bau und werden dann auch
gleichzeitig fertig. Im Prinzip gilt aber: 'first come, first serve'.
Auch
können besondere Custom-Features oder die Beschaffung seltener Hölzer und
Komponenten die Fertigstellung verzögern. In der Regel wird eine
Custom-Gitarre innerhalb von sechs Monaten ausgeliefert.
"Warum verbaut Helliver keine Tremolos?"
Die Erfahrung hat gezeigt, dass meine Instrumente mit einer festen, einteiligen Brücke aus Aluminium oder Messing am besten klingen. 'Am besten' heißt in diesem Fall: den Klang unterstützend, den ich mit meinen Instrumenten erreichen will.
Unterfräste Tremolos nehmen dem Korpus an entscheidender Stelle wichtiges Material und sind zudem fast vollständig vom Holz entkoppelt, was verhindert, dass das Instrument als Ganzes schwingt. Man hört hier viel mehr das Tremolo und seine Materialien als das Holz.
Eine Alternative ist eine gute Tune-O-Matic-Brücke und
ein originales Bigsby. Diese Kombination hat ihren eigenen aber sehr
charmanten Sound und lässt die Gitarre "intakt".
"Baut Helliver mir eine XYZ nach?"
Jein. Bei Korpusform und Finish ist beinahe alles möglich, so lange keine 1:1-Kopie gefragt ist. Jedoch gibt es unveränderliche Helliver-Features, die sich in jeder Gitarre wieder finden. Das sind: die Kopfplattenform (3+3 oder 6l), ein Ebenholz-Griffbrett sowie eine feste Brücke.
Auch werden bestehende Helliver-Designs nicht optisch an fremde Fabrikate angenähert. Jedes Modell ist - meinem Empfinden nach - das Ergebnis gezielter Verbesserung klassischer Designs und geht keinen Schritt 'zurück'.
"Kann ich bei Helliver ein Praktikum oder eine Ausbildung machen?"
Nein. Bei Helliver Guitars handelt es sich um ein reines Ein-Mann-Unternehmen. Die Auslegung der Werkstatt und die zu Recht strengen Auflagen beim Arbeitsschutz schließen die Beschäftigung eines Mitarbeiters zum jetzigen Zeitpunkt aus. Sorry.
"Kann ich bei Helliver meine Gitarre reparieren/modifizieren lassen?"
Ja. Vom einfachen Setup über Reparaturen und Modifikationen der Elektronik bis hin zur Neubundierung sind fast alle denkbaren Eingriffe möglich. Reine Lackieraufträge und die Reparatur von Nitro-Lack-Oberflächen werden zur Zeit jedoch nicht angeboten. Hier die aktuellen Reparatur-Preise:
-Setup 15,00 bis 45,00 Euro (je nach Aufwand)
-neuer Knochensattel 30,00 (Fender-Style) bis 40,00 Euro (Gibson-Style)
-Bünde abrichten, verrunden & polieren 80,00 Euro
-Neubundierung inkl. Abrichten (s. o.) 180,00 Euro (Schraubhals), 200,00 Euro (eingeleimter Hals)
sollte ein neuer Sattel wegen der neuen, höheren Bünde erforderlich sein +15,00 bzw. +20,00 Euro
Alle übrigen Arbeiten nach Zeitaufwand (40,00 Euro pro Stunde)
"Kann ich auch eine Akustik-Gitarre reparieren lassen?"
Ja. Alle Arbeiten, die sich vom E-Gitarrenbau übertragen lassen, also Einstellarbeiten, Bundierungen usw., übernehme ich gerne. Bei schwierigen, Akustik-eigenen Problemen verweise ich an die Kollegen aus der entsprechenden Zunft.
"Sind die Preise verhandelbar?"
Nein.
"Kann ich in Raten zahlen?"
Eine Ratenzahlung für fertige Instrumente ist bei glaubwürdiger Darlegung einer Bonität möglich. Anzuzahlen sind 33%, der Restbetrag wird in 6 monatlichen Raten beglichen.
"Bietet Helliver ein Endorsement oder Sponsoring an?"
Nein. Jeder Helliver-User ist auch zahlender Kunde.
"Baut Helliver auch Bässe?"
Eigentlich nicht. Um Bassisten eine optimale Beratung im Bezug auf ihre speziellen Bedürfnisse und Klangvorstellungen bieten zu können, braucht es, wie beim Gitarrenbau auch, jahrelange Erfahrung beim Spielen und Bauen von Bässen. Diesem Anspruch kann ich derzeit nicht gerecht werden. Aber: es ist ein Medium-Scale Pilot-Bass in Planung, der bei überzeugendem Ergebnis als Kuriosum ins Programm aufgenommen wird.
"Bekomme ich einen Koffer zu meiner Gitarre?"
Ja. Jede Helliver wird - soweit nicht anders vereinbart - mit einem klassischen, schwarz bezogenen und gefütterten Holzkoffer 'made in Canada' ausgeliefert.
"Gibt es Hellivers nur mit Häussel-Pickups?"
Nein. Die handgebauten Tonabnehmer von Harry Häussel
haben sich als optimale Partner für meine Instrumente erwiesen und sind deshalb
'Standard'. Durch die jahrelange Zusammenarbeit kann hier ganz gezielt auf den
gewünschten Sound hin ausgewählt werden. Custom-Häussel-Pickups sind ebenfalls
kein Problem.
Auf Wunsch wird jedoch auch jedes andere in Deutschland
erhältliche Fabrikat verbaut.
"Kann ich meine Lieblings-Parts mitbringen, wenn ich eine Gitarre bauen lasse?"
Ja. Die Einkaufspreise der
eingesparten Teile werden dann vom Preis der Gitarre abgezogen.
"Was heißt Helliver?"
Der Firmenname geht auf einen Spitznamen zurück, der sich aus Hell (engl. Hölle) und Oliver (meinem Vornamen) zusammensetzt. Rock ’N’ Roll! ;-)
"Welche Pflege braucht mein Instrument?"
Aufbewahrung
Am besten ist eine
E-Gitarre im Koffer aufgehoben. Hier passiert ihr nichts, wenn sie versehentlich
umgeworfen wird, und plötzliche Temperaturschwankungen beim Lüften werden
abgemildert.
Bei manchen Ständern und Wandhaltern werden Gummiüberzüge
verwendet, die über die Dauer von Wochen oder Monaten Schatten im Lack des
Instruments hinterlassen können.
Klima
Verschiedene Temperaturen
verkraftet die E-Gitarre recht gut. Ob sie bei 10 oder bei 30 Grad aufbewahrt
und gespielt wird, ist ihr egal, solange die relative Luftfeuchtigkeit stimmt.
Die sollte möglichst nahe 50% liegen. Das ist auch für den Musiker am besten. Im
Bereich von 40 bis 60% braucht man sich um seine Helliver keine Sorgen zu
machen, außerhalb dieser Werte sollte man die Raumluft be- oder
entfeuchten.
Halskrümmung
Als einziges nicht
lackiertes Holz ist das Griffbrett in der Lage, in kurzer Zeit Feuchtigkeit aus
der Umgebungsluft aufzunehmen und abzugeben. Diesen Effekt nennt man Hygroskopie
und er sorgt dafür, dass sich der Hals nach vorne krümmt, wenn es trocken ist,
und 'entspannt', wenn es feuchter ist.
So ist es nicht ungewöhnlich, wenn
man die Krümmung über den Stahlstab (Trussrod) im Hals mehrmals im Jahr
korrigieren muss. Jede Gitarre reagiert verschieden und nicht jeder Musiker ist
dabei gleich anspruchsvoll. Mancher braucht hier über Jahre keine Anpassungen
vorzunehmen.
Helliver übernimmt diese Arbeit gerne. Wer es selbst machen
will, sollte mit der Prozedur genau vertraut sein, vorher unbedingt die Saiten
entspannen und in kleinen Schritten vorgehen.
Oberflächen
Generell sollten Schweiß
und Schmutz nach dem Spielen kurz abgewischt werden. Gerade Gold- und
Nickel-Hardware ist hier empfindlich und wird leicht
angegriffen.
Hochglänzend lackierte Oberflächen bearbeitet man stets nur mit
einem speziellen Poliertuch. Um matte Stellen oder feine Kratzer auszupolieren,
gibt es zahlreiche spezielle Pflegeprodukte im Fachhandel. Eine zusätzliche
Versiegelung ist nicht erforderlich.
Matte und seidenglänzend lackierte
Oberflächen bedürfen keiner besonderen Pflege. Verschmutzungen lassen sich mit
einem ganz leicht angefeuchteten weichen Tuch beseitigen. Keinesfalls sollten
hier Polituren zum Einsatz kommen.